Beach, Sun, Fun, Fußball – Herz, was willst du eigentlich mehr?

Bilder und Berichte können sich gleichen. Wer diese Website durchforstet und die vergangenen Jahre vergleicht, wird reichlich Superlative finden. Immer ist von Freude, Spaß und guter Laune die Rede. Doch der Beachsoccer-Cup Karlshagen ist eben mehr, als das „in Worte fassen“, als das „Ablichten genialer Momente“. Der Beachsoccer-Cup ist ein Gefühl, das man nicht zu beschreiben vermag, sondern erlebt haben muss.

Das „nervöse Kribbeln“, welches vor jeder Veranstaltung vorhanden ist – ja vorhanden sein muss – weicht schnell dem Gefühl, mindestens „1000 Freunde“ zu haben. Auch wenn man den Tross aus Kablow nur einmal im Jahr sieht, so herrscht doch schon ab Donnerstag eine tiefe Verbundenheit. Gut, die Natendorfer trifft man ab jetzt zweimal im Jahr, das Gefühl ist kaum ein anderes. Jährlich kommen neue Mannschaften hinzu und wieder „passt“ das alles sofort. Oder wer hätte die Lauchheimer bei diesem Turnier vermissen mögen? Mehr als nur erwähnenswert: Das Klärwägele muss gleich mit ran, kaum angekommen, werden sie zum Trainingsplatz geschickt: Tore ausbuddeln und dann werden die Gestänge mindestens eineinhalb Kilometer den Strand lang geschleppt, zum Beachsoccer-Areal. Stark Männer. Schon traditionell im Arbeitsteam und mittlerweile mit festen Aufgaben vertraut, bauen die Kablower die widerspenstigen Tribünen auf. Zugegeben: Das Wetter ist hervorragend, Belohnungsbierchen schmeckt immer und nährt Freundschaften.

Überhaupt ist der Aufbau einer solchen Arena immer wieder beeindruckend, denn auf dem „Nichts-als-nur-Traumsandstrand“ wachsen Zelte, zwei Beachsoccerfelder, Verpflegungseinrichtungen inklusive dem Bierwagen, der am dichtesten an irgendeiner deutschen Wasserkante steht. Dass dies übrigens rasend schneller ging, ist der Organisation geschuldet. Denn die Beschränkung des Kurbetriebes auf nur drei Fahrten mit dem Gemeindetrekker bringt die Strandkorbvermieter mit ins United-Boot. Ohne Axel Kargoll wäre weder Standort noch Ausstattung möglich, nun hat er auch noch ein Fahrzeug am Start. Thomas Holtz ist der zweite Vermieter, der nun sogar selbst Hand anlegt. Drei Zugmaschinen: Das schafft. Selbstverständlich sind alle fleißig, auch wenn die Zeltschrauben allesamt verflucht werden, der Sand manchmal hinderlich und nicht „schön“ ist, die Vorfreude wächst und die Anlage auch - und wird einfach bombastisch...

Nun darf man Hohensee United in der fünften Auflage eine gewisse Professionalität unterstellen (schließlich hat man ja auch ein Anspruchsdenken), doch ein Wettkampftag hat viele Variablen. Die Schiedsrichterfrage wird dabei wieder zu einem Volltreffer. Mehmet hatte die Latte im Vorjahr sehr hoch gelegt. Marcus und Tobias standen in nichts nach. Auch diese beiden erfahrenen Referees hatte man in Natendorf kennengelernt und „überredet“. Und Marcus und Tobias waren sofort mitten drin und Teil der Familie. Sie nahmen sich zusätzlich Spiele, pfiffen gemeinsam und sie nahmen auch noch Nachwuchsmann Richard unter ihre Fittiche. Neben unglaublichen Bienenfleiß bestach zudem die Qualität der gezeigten Leistung – die bei diesem Wetter über zehn Stunden alles andere als selbstverständlich ist. Dabei kann Hohensee United keine finanziellen Anreize setzen. Alle Arbeiten, ob von den Vereinsmitgliedern oder unseren Gästen sind natürlich freiwillig und ehrenamtlich und dienen nur dem einen Zweck: Die Insel Usedom – und insbesondere das Ostseebad Karlshagen – als schönste Beachsoccer-Spielstätte Deutschlands zu präsentieren.

Die zweite Variable liegt bei den Besuchern. Natürlich ist das Wetter ausschlaggebend; aber eben auch die Qualität der Veranstaltung: Nirgends warten Gäste so geduldig in der Schlange, um anschließend wieder am Bratwurststand anzustehen. Denn es ist ja offensichtlich, dass sich hier Vereinsmitglieder – über eine Ehrenmitgliedschaft der beiden Karlshagener Meister-Dauer-Griller ist nachzudenken – um das Wohl aller bemühen, dass die Schürzen mit Fußballtrikots getauscht werden. Und die United-Familie besteht nicht nur aus Spielern; ob Freund, Frau oder Elternteil, alle packen an, leisten Extraschichten (wie eingangs erwähnt, oft an anderer Stelle beschrieben). Eine vollständige Liste lässt sich nicht schreiben; beim obligatorischen Dank an alle, muss man sich angesprochen fühlen....

Dass das so sein muss, das kann man an dem Enthusiasmus der Kinder erkennen, an der Zielstrebigkeit der Herren, auch am Beifall der Zuschauer. Und an der Bereitschaft aller, wiederzukommen. Denn den Beachsoccer-Cup Karlshagen in Worte zu fassen, ist eine Kunst, die keiner kann. Es ist vielmehr ein Gefühl.

 

P.S. Natürlich wurden die vielen Helfer beim Abbau wieder mit Regen belohnt. Doch dank der schon erwähnten drei Traktoren konnte erneut ein Abbau-Rekord aufgestellt werden. Wie heißt es so schön in United-Kreisen: Schwamm drunter...

Olaf Schröder