126mal geklingelt - Torflut im Karlshagener Sand

Herren Beachsoccer Cup Karlshagen 2014

Spannendes Turnier - Hohensee dominiert

Richtiger Beachsoccer brachte dann den Strand in Karlshagen - der nicht nur von der United als bester Sportstrand an deutscher Küste  bezeichnet wird - in Bewegung. Hohensee United hatte gemeinsam mit der Gemeinde Karlshagen und dem ortsansässigen Fußballklub FSV ein Event in den Sand gestellt, das auf Usedom noch einzigartig ist. Klar gibt es andere Beachsoccer-Turniere mit anderer Ausrichtung, doch der Beachsoccercup Karlshagen bleibt etwas Spezielles. Gewöhnlich ist Hohensee United an fast allen Stränden unterwegs und macht eine gute Figur; für alles aber noch verantwortlich zu sein, ist eine ganz andere Liga.

Die reinen Beachsoccer-Teams erkennt man schon am Namen. Als Geheimfavorit wurde dann im Hauptturnier die Beach Bastards aus Berlin begrüßt, während die Mysterions aus dem brandenburgischen Hohen Neuendorf als große Unbekannte galten, weil sie für die absagenden No Pussies aus Ückeritz einsprangen. Gastgeber Hohensee United traf zum Auftakt auf Eintracht Zinnowitz - wie der Name vermuten lässt, waren hier Rasenkicker im Sand aktiv. Die junge Mannschaft schlug sich zwar achtbar, musste aber die Sanderfahrung der United beim 1:7 anerkennen. In der dreimal achtminütigen Spielzeit ging es im zweiten Match schon deutlich spannender zu, denn die "Reisegruppe Schwarzer Aal" zeigte sich nicht nur technisch gut, sondern auch konditionell auf der Höhe und bezwangen das Beachteam Insel Usedom mit 3:2. Das 7:1 der Berliner Beach Bastards gegen die Mysterions ordnete das Feld. Nun wurden die Visiere hochgeklappt, das Tempo variiert und die Techniker öffneten ihre Wunderkoffer, denn so manche Tricks kann man nur im Sand bewundern. Schließlich sind die Regeln so ausgelegt, der Untergrund so angenehm, dass Beachkicker des Öfteren regelrecht in der Luft liegen und Torchancen in Hülle und Fülle kreiert werden. Dass dabei auch die Torhüter Fahl und Konni trafen, darf dabei als i-Tüpfelchen bezeichnet werden.

Die Partie Hohensee United gegen die schwarzen Aale hatte besondere Klasse und einen beachsoccerwürdigen 9:4-Endstand. Das später zum schönsten Turniertreffer gekürte Tor erzielte dabei Geburtstagskind Erik Miedke mit einem unwahrscheinlich dynamischen Fallrückzieher. Zum Nachdenken sollten manche Szenen dennoch anregen, ohne diese hier ausschlachten zu wollen...

Die jungen Zinnowitzer hatten recht schnell den Sand für sich entdeckt. Mit Tim Preusche und Robert Krause an der Spitze gelangen sehenswerte Aktionen, auch wenn es gegen die Berliner Bastards beim 3:4 noch nicht für Punkte reichte.

Nun war das Beachteam Insel Usedom aufgerufen, die Vorjahresleistung zu bestätigen. Angeführt von Jan Kuhlmann, der in dieser Partie sechsmal traf, gelang ein 11:3 gegen die Mysterions.

Hohensee United gegen die Beach Bastards aus Berlin hatte den erwarteten Endspielcharakter. Beide Teams kennen sich, trainieren sogar gelegentlich zusammen und beide Teams spielen seit Jahren im Sand. Und so boten beide Teams einen Leckerbissen in Sachen Beachsoccer. Die Gastgeber, die kompakter wirkten, gewannen "hintenraus" mit 6:3 und unterstrichen ihren Fitnesszustand, denn sie stehen bekanntlich mitten in der Saison - und hatten ob der gezeigten Leistungen auch die erhofft breite Brust. Die schwarzen Aale, als "Reisegruppe" mit Spielern aus vier Bundesländern besetzt, waren auch von den Mysterions nicht zu greifen und siegten 5:2, während die Usedom-Auswahl 4:0 gegen Zinnowitz gewann.

Der zweite Tag begann mit noch schönerem Wetter und der ersten Entscheidung. Denn Hohensee United um den Torschützenkönig Torsten Abraham (13 Tore) und dem später als besten Spieler ausgezeichneten Christian Domann gewann auch gegen das Beachteam Insel Usedom mit 6:2 und sicherten sich frühzeitig den Titel. Natürlich hatte auch Püppi mit seinen sandflohartigen Spielweise großen Anteil. Überhaupt aber war das von den rotierenden Keepern Fahl und Vitus geführte Team, mit den Teilzeitkräften Jenner und Erik für diese Usedomer-Beachsoccerwelt zu stark.

Das Beachteam Insel Usedom hatte allerdings auch alle Erwartungen erfüllt. Hoffi erhielt Bestnoten in seinem Kasten, Philip konnte seine ersten United-Treffer bejubeln und Lars schlüpft immer mehr in die Leader-Rolle. Was Kev auf die Beine stellt, kann sich immer sehen lassen, wenn man bedenkt, wie selten er dabeisein kann. Und die angeknockten Kuhli und Robert wühlten im Sand, hielten die Beachteam-Ehre hoch, weil sie den United-Phönix im Herzen haben. 

Überraschend gut agierten die schwarzen Aale, die die Beach Bastards auf dem falschen Fuß erwischten und klar mit 6:1 gewannen. Hier führte Konni Regie, luden sich Kai und David die Abwehrlast auf die Schultern, während Heiko und Tino, Hoffer und Leipzig-Stefan den Angriff gestalteten. Mit Lucas konnten die Aale am Sonntag dann überraschend stark nachlegen: Und die United hat ein Torschützen mehr in der Statistik.

Die Jungs der Zinnowitzer Eintracht – mit dem als besten Keeper geehrten Arne Zander - steigerten sich am zweiten Tag, gewannen gegen die Mysterions mit 9:3 und trotzten den schwarzen Aalen ein 3:3 ab. Sekunden vor Schluss hatte Kai Heinrich für die Aale ausgeglichen, die sich damit den zweiten Platz vor den Beach Bastards Berlin sicherten, die das Insel Team zum Abschluss der gutklassigen Matches mit 5:3 bezwangen.

Die Siegerehrung - mit Karlshagens Bürgermeister Christian Höhn - bot den gelungenen Abschluss unter zwei Tage Beachsoccer, die vom feinsten waren. Die Gastgeber, die selbst viel Lob einheimsten, bedanken sich auch auf diesem Wege bei der Gemeinde Karlshagen, dem FSV Karlshagen mit Mike Beuster an der Spitze, dem Premium-Partner Sparkasse Vorpommern und allen Sponsoren, sowie allen Vereinsmitgliedern, die das Event auch im Rahmenprogramm absicherten.

Endstand:

Platz Team Punkte Tore
1 Hohensee United 15 38:10
2 Reisegruppe Schwarzer Aal 10 21:17
3 Beach Bastards Berlin 9 20:19
4 Beachteam Insel Usedom 6 22:17
5 Eintracht Zinnowitz 4 16:21
6 Mysterions Hohen Neuendorf 0 9:42

 

Vielleicht hatte man mit dem einen oder anderen Zuschauer mehr gerechnet, das mag sicher sein. Doch ist es verkehrt, die Augen auf die Besucherzahl zu richten. Hohensee United macht ein Angebot und lässt andere gern dran teilhaben. Doch der Verein wird sich wegen anderer Leute Meinung nicht und niemals verbiegen lassen, dazu sind die eigenen Ansprüche schon hoch genug.

Und so gilt der letzte Dank allen „Trikotträgern“, die trotz des Fußballspielens Würstchen drehten und im Orgazelt halfen. Natürlich dürfen es beim Auf- und Abbau gern noch mehr Hände sein, denn was die Jungs da geschleppt und hochgezogen sowie runtergekarrt haben, bleibt bewundernswert. Körperlich und organisatorisch betrachtet. Und dann noch die Schiedsrichterfunktionen übernehmen, obwohl man selbst gerade gespielt hat und gleich wieder spielen muss, ist außergewöhnlich, da fällt das Bierfasswechseln zwischendurch kaum noch ins Gewicht...

Wie Puzzleteile hat sich alles zusammengefügt, zu einem eindrucksvollen Bild – nach innen und nach außen. Ach was sag ich: Es war ein Gemälde (mindestens in Picasso-Qualität) und lässt sich nur mit der United-Besonderheit erklären: Wir halten zusammen.

Zu Hohensee United zu gehören – das ist ein verdammt gutes Gefühl.