Beachsoccer ist für Kleine und erst recht für Männer

Klärwägele verpasst Sensation denkbar knapp

 

Beachsoccer ist der Sport, der doch so einzigartig ist. Natürlich muss man sich das technische Rüstzeug auf Rasenplätzen oder in Sporthallen holen, doch was dann am Strand möglich ist, lernt man nur im Sand. Fallrückzieher natürlich (auch weil diese „geschützt“ werden), aber auch diverse Kombinationen. Schnelles Umschaltspiel, die besondere Torhüterverantwortung inklusive. Beachsoccer-Spieler sehen darüber hinaus auch noch gut aus, denn fit muss man schon sein. Dennoch genießen Sandkicker keinen Star-Stellenwert. Es bleibt die reine Freude im Kreise Gleichgesinnter. Beim Beachsoccer-Cup Karlshagen profitieren die Herren ohne Zweifel von der Unterstützung der Nachwuchs-Kicker, denn die Kulisse ist für Männer-Wettbewerbe gewaltig groß. Und das motiviert, zumal das Teilnehmerfeld bei der fünften Auflage wohl das Beste war, was bislang in Karlshagen spielte. Mit Primus Inter Pares und Hohensee United waren die beiden einzigen Sieger dabei. Kablow und der AS Rum sind Dauergäste, Natendorf durch das eigene Turnier sanderfahren, die BeachBastards eine Institution. Und mit dem Klärwägele Lauchheim kam eine Mannschaft hinzu, die dem Turnier ein besonderes Flair verlieh. Das Team von der Ostalb aus Baden-Württemberg hatte zuvor noch nie so einen Strand gesehen, in Natendorf aber schon Beachsoccer-Erfahrung gesammelt, die man prompt in die Waagschale warf, denn man lag gegen die Youngster vom AS Rum schnell zurück, gewann aber 4:2.

Den ersten Kracher gabs gleich im ersten Spiel, denn der 4:3-Sieg von Primus Inter Pares über den Vorjahresfinalisten Beachteam Insel Usedom stand auf wackligen Füßen. Die erste Überraschung folgte, denn die Bastards zogen gegen Natendorf mit 2:4 den Kürzeren.

Nachdem Hohensee United mit einem 6:1 gegen Kablow ins Turnier gestartet war, spielte man auch beim 6:2 gegen den AS Rum die Erfahrung aus. Das Klärwägele hatte dagegen gegen den SV Kablow jede Menge Mühe, um aber mit 5:4 dennoch zu gewinnen.

In der Gruppe A zog dagegen Primus Inter Pares mit einem 6:1 gegen Natendorf weiter seine Kreise. Die Partie zwischen den Bastards und dem Beachteam glich dagegen einem „Battle“, ehe die Berliner mit 4:2 gewannen.

So war in der Abend-Session (die Kinderturniere waren gerade unter großem Jubel zu Ende gegangen) Spannung und hochklassiger Sport angesagt. Nun zollte der SV Natendorf dem doch anderen Sand weiter Tribut und verlor mit 4:7 gegen das Beachteam. Auch Kablow kam beim 3:2 zum ersten Sieg. Um den Einzug ins Halbfinale aber ging es zwischen den Bastards und Primus. Es war spannend und torreich, weil die Bastards schon 4:1 führten, um dann doch noch mit 5:6 die Segel zu streichen. Mit Spannung erwartet das letzte Spiel des Tages zwischen den Gastgebern und den weitgereisten Gästen aus Lauchheim. Am Ende hieß es zwar 4:1 für die Erfahrung, doch der Abstand war gar nicht so groß.

Auch am Sonntag – der Himmel hatte zwar die Sonne abgeschaltet, dennoch herrschten Top-Bedingungen, ging es gleich wieder in die Vollen, denn nach der Trostrunde standen bereits die Halbfinals auf dem Plan. Erneut musste Primus einem Rückstand hinterherlaufen, denn der zum besten Keeper gewählte Patrick Muck und Max Seitz hatten für ein 2:0 des Klärwägele (schwäbische Bezeichnung für Bauwagen) gesorgt. Ein verschossener Strafstoß sorgte aber für den Wendepunkt. Und so gelang dem späteren Torschützenkönig Christian Stark drei Minuten vor Schluss der 4:3-Siegtreffer. Im anderen Halbfinale ließen sich die Hausherren von den Freunden und Mannschaftskollegen des Beachteams beim 5:0 nicht die Butter vom Brot nehmen. Nachdem die BeachBastards sich Platz sieben und die Kablower sich Rang fünf sicherten, konnte das Klärwägele den ersten Auftritt an einem Ostseestrand mit Platz drei krönen. Beim 6:1 gegen das Beachteam zeigten sie ihre vorhandene Klasse, auch wenn man der Halbfinalniederlage nachtrauerte.

Mit Primus Inter Pares (um ihre bundesligaerfahrenen Hirschmeier und Streuer) und Hohensee United (immerhin Sechstplatzierter der Deutschen Meisterschaft 2016) standen die erfahrensten Spieler im Sand. Trotz des einsetzenden Regens gab es ausgezeichnete Kost und Spannung pur. United-Spielertrainer Enrico Kufahl und der später zum besten Spieler gewählte Christian Jahrling hatten für eine 2:0-Führung gesorgt, die Christian Stark im Alleingang ausglich. Es benötigte einen präzisen Abwurf und einen Flugkopfball von Enrico Kufahl für das vorläufige 3:2-Endergebnis. Denn es wurde noch einmal hektisch, weil ein Primus-Treffer kurz nach dem Schlusspfiff fiel und so keine Anerkennung finden konnte. Doch die Gemüter hatten sich schnell beruhigt. Christian Hirschmeier von Primus Inter Pares gab unumwunden zu: „Der Sieg für Hohensee United geht in Ordnung. Und sie liefern hier ein tolles Event und haben den Sieg verdient.“

Am Ende eines ereignisreichen Wochenendes konnten die Veranstalter ein positives Fazit ziehen. „Ich glaube schon, dass wir Botschafter der Insel Usedom sind. Es ist uns wieder gelungen, viele Gäste von unsrer Sportart zu begeistern“, sagt Chef-Koordinator Enrico Kufahl: „Natürlich können wir so ein Event ohne unsere Partner vom FSV Karlshagen mit Mike Beuster an der Spitze und dem Ostseebad Karlshagen sowie den zahlreichen Sponsoren nicht stemmen, aber Hohensee United hat in Organisation und Durchführung alles reingepackt, was es hat. Der Beachsoccer-Cup Karlshagen ist unser „Baby“.

Olaf Schröder